Ausbildung

Anforderungen an ein Rettungshundeteam

Rettungshundearbeit ist kein Hundesport – im Ernstfall geht es um Menschenleben.

Aus diesem Grund ist es unbedingt erforderlich, dass Hund und Hundeführer einige grundsätzliche Voraussetzungen erfüllen.

Sehr wichtig ist dabei eine enge Beziehung zwischen Hund und Hundeführer. In realen Einsätzen bilden sie als Rettungshundeteam eine Einheit die sich aufeinander verlassen muss – auch auf sehr große Distanz und in extremen Stresssituationen für Mensch und Tier.

Erst durch jahrelange Beschäftigung mit dem eigenen Hund und durch das Zusammenleben in der Familie kann dieses Vertrauen geschaffen werden.

RHS Kreis Pinneberg Einsatz

Anforderungen an den Menschen

Aufgrund der Verantwortung, die eine Rettungshundestaffel bei der Suche nach vermissten Personen übernimmt, werden an Rettungshundeführer und Suchgruppenhelfer (das sind Helfer, die den Hundeführer im Einsatz logistisch unterstützen) hohe Anforderungen gestellt, die sie mitbringen und regelmäßig unter Beweis stellen müssen:

Teamgeist: Die Arbeit in einer Rettungshundestaffel erfordert Teamgeist. Während des Rettungshundetrainings unterstützt jedes Staffelmitglied seine Kameraden in der individuellen Ausbildung des Hundes als verlässlicher Helfer. Ohne diese gegenseitige Unterstützung ist die Ausbildung speziell im Gelände kaum möglich. Wer seine Motivation lediglich in die Ausbildung des eigenen Hundes legt und kein Engagement bei der Arbeit mit den Hunden seiner Staffelkameraden zeigt, der ist in einer Rettungshundestaffel fehl am Platz. Auch müssen Zugführer und Staffelmitglieder sich im Einsatz jederzeit aufeinander verlassen können, sich der Gruppe anpassen und mit Personen anderer Staffeln und Fachdienste eng zusammen arbeiten.

Körperliche Belastbarkeit: In der Rettungshundearbeit ist für den Rettungshundeführer eine gewisse körperliche Fitness erforderlich. Mehrstündige Fußmärsche bei unterschiedlichsten Witterungsbedingungen und durch unwegsames Gelände sollten kein konditionelles Problem darstellen, denn Training und Einsätze finden bei jeder Wetterlage statt.

Zeitaufwand: Die Rettungshundearbeit ist sehr zeitaufwändig. Neben regulären Trainingseinheiten mit dem Hund, die regelmäßig 2-3 mal wöchentlich stattfinden stehen bei allen Staffelmitgliedern auch verschieden Theoriekurse, Öffentlichkeitsveranstaltungen und Gemeinschaftsarbeiten auf dem Stundenplan.

Anforderungen an den Hund

Den typischen Rettungshund gibt es nicht! Beinahe jede Hunderasse verfügt über Eigenschaften, die sie für bestimmte Formen der Rettungsarbeit qualifiziert. Das gilt auch für Mischlingshunde aller Art. Wichtiger als die Rasse ist deshalb die individuelle Ausprägung bestimmter körperlicher oder charakterlicher Eigenschaften.

Grundsätzlich sind alle leistungsstarken, nicht zu schweren Hunde geeignet, wenn sie Fitness, Gewandtheit, Nervenstärke, einen ausgeprägten Spieltrieb, Lernfreude sowie soziales Verhalten gegenüber Menschen und Artgenossen mitbringen.

Wesentliche Anforderungen an den Rettungshund sind Gesundheit, körperliche Kondition, geistige Kondition und ein gewisser Grundgehorsam.

Gesundheit: Da ein Rettungshund buchstäblich über „Stock und Stein“ gehen, laufen und klettern muss, ist seine körperliche Gesundheit sehr wichtig! Schwere HD/ED (Fehlstellungen des Hüft- oder Ellenbogengelenks), Rückenprobleme oder ähnliche Erkrankungen können dazu führen, dass der Hund Schmerzen hat. Und wer arbeitet schon gerne unter Schmerzen – ein Hund sicher nicht!

Körperliche Kondition: Unser Training findet ganzjährig bei jedem Wetter statt! Auch wenn wir in den Einsatz gerufen werden, haben wir keinen Einfluss auf das Wetter. Das heißt: Egal, ob es in Strömen regnet, ob die Sonne brennt oder ob ein eisiger Wind weht, ein Rettungshund sollte auch unter diesen extremen Bedingungen in der Lage sein, freudig, motiviert und ausdauernd seine „Arbeit“ zu tun. Dies bedeutet für den Hundeführer, auch ausserhalb der Trainingstermine die körperliche Kondition seines Hundes aufzubauen, z.B. durch Schwimmen, Radfahren oder gemeinsames Jogging.

Geistige Kondition: Ein angehender Rettungshund muss lernen, sich längere Zeit auf eine bestimmte Aufgabe konzentrieren zu können. Die meisten Familien- und Begleithunde haben niemals gelernt, sich längere Zeit auf die Lösung eines Problems zu konzentrieren und sind schnell frustriert, wenn sie nicht in kürzester Zeit ihr Ziel erreichen.

Grundgehorsam: Nicht nur der Rettungshund, sondern jeder Hund sollte an möglichst verschiedene Umweltreize gewöhnt sein, soziale Kompetenz im Umgang mit Artgenossen haben und eine ausgeprägte Beißhemmung gegenüber Menschen aufweisen. Er sollte auf seinen Namen hören und bereits die Kommandos „Komm“, „Sitz“, „Platz“, „Fuß“ und „Aus“ kennen.